Workshop bei der VHS Herrenberg im April 2012
Mit Hochsensibilität leben
Wochenendworkshop bei der VHS Herrenberg
am 27. und 28. April 2012
Kursnummer: 107009
Ort: VHS Herrenberg
Raum: Raum 008
Dozentin: Ulrike Hensel
Gebühr: 54,00 €
Termine:
27.04.2012 - 19:00 - 21:00 Uhr
28.04.2012 - 10:00 - 18:00 Uhr
Teilnehmerzahl begrenzt. Bei Interesse rechtzeitig anmelden.
Ausschreibungstext:
Man spricht von Hochsensibilität, wenn Menschen von Geburt an ein deutlich empfindsameres Nervensystem haben als der Großteil der Bevölkerung. Hochsensible Personen (kurz HSP) reagieren stärker auf äußere und innere Reize und nehmen ihre Umgebung detaillierter und intensiver wahr. Circa 15 % der Menschen sind hochsensibel – Männer gleichermaßen wie Frauen. Oft ist es schwierig, als hochsensibler Mensch mit sich selbst und anderen zurechtzukommen. Im Kurs werden die TeilnehmerInnen das Phänomen Hochsensibilität besser kennen lernen und in einer Atmosphäre der Achtsamkeit ein Wir-Gefühl erfahren. Mit der „empathischen Kommunikation“ (auch „gewaltfreie Kommunikation“ nach Marshall B. Rosenberg“) wird ein Konzept für ein wertschätzendes Miteinander vorgestellt und besprochen. Die Kursleiterin ist selbst hochsensibel und Coach für Hochsensible. Der Kurs richtet sich an Personen, die vermuten oder wissen, dass sie hochsensibel sind.
Bei Fragen zum Workshop schreiben Sie mir einfach eine Mail!
Verband pro Sensitivität & Empathie im Beruf e.V.
Sehr gerne stelle ich den Verband vor:

In unserer Gesellschaft werden Sensitivität und Empathie leider noch nicht ausreichend als nützliche Stärken anerkannt. Gerade in der Arbeitswelt werden diese Attribute allzuoft negativ bewertet und mit Schwäche gleichgesetzt. Die traurige Folge der weit verbreiteten Setz-dich-durch- und Sei-nicht-so-sensibel-Haltung ist ein rasanter Anstieg psychischer und psychosozialer Probleme wie Stresserkrankungen, Burnout, Mobbing, Bossing, Bullying (Mobbing in der Schule) und aggressivem Verhalten.
Vortrag über Hochsensibilität bei der VHS Böblingen im Februar 2012
Das Phänomen Hochsensibilität
Vortrag von Ulrike Hensel am 1. 2. 2012
Was ist Hochsensibilität? Man spricht von Hochsensibilität, wenn Menschen durch ein außerordentlich empfindsames Nervensystem Sinneseindrücke stärker und detaillierter wahrnehmen und empfinden als der Bevölkerungsdurchschnitt. Im Vergleich zu nicht-hochsensiblen Menschen erreichen sie dadurch deutlich früher einen Zustand der Reizüberflutung und Überstimulation. Diese Anlage begleitet Menschen ihr Leben lang. Leider wird die Hochempfindlichkeit häufig als Schwäche oder gar als Krankheit angesehen, was den Hochsensiblen überhaupt nicht gerecht wird.
Dieser Vortrag will aufklären, das Bild zurechtrücken und die vielfältigen Stärken betonen. Er liefert einen umfassenden Einblick in das Phänomen und gibt Hinweise auf den Umgang mit der eigenen Hochsensibilität im beruflichen und privaten Alltag.
Focusing - das Vertrauen in die eigene Wahrnehmung fördern
Gestern Abend habe ich im Hospitalhof Stuttgart ein Kompaktseminar mit Dr. Rainer Eggebrecht, Gesprächs- und Focusingtherapeut, Leiter des Instituts für Gesprächs- und Focusingtherapie (igf), besucht.
Was ist Focusing?
Wikipedia: "Focusing beschreibt den Kernprozess und die Fähigkeit zu persönlicher Entwicklung und Veränderung."
Auf der Website des igf finde ich über Focusing:
"Focusing schult die Wahrnehmung, indem es die Aufmerksamkeit auf die unmittelbar gegenwärtige Erfahrung richtet und Sie durch klar erlernbare Schritte in Berührung bringt mit dem, was Sie hinter all Ihren Konzepten in Ihrem Inneren wirklich fühlen und empfinden. Die Schulung der intuitiven Wahrnehmung fördert dabei neue, frische und stimmige Schritte im Denken, Fühlen und Handeln.
Focusing wurde durch Prof. Dr. Eugene Gendlin – dem Nachfolger von Carl Rogers (Gesprächstherapie) - begründet. ...
Focusing vermittelt Ihnen kreative Impulse zu mehr Freude und Lebendigkeit im eigenen Dasein. ..."
Intuitive Wahrnehmung
In der Ausschreibung hat mich auch die Beschreibung "die intuitive Wahrnehmung schulen" angesprochen. Das ist etwas für mich!
Ich habe meine Notizen von gestern neben mir liegen und schau mal, was ich wiedergeben kann. -
Ich habe erfahren, dass der Intellekt mit seinem Norm- und Leistungsdenken mir im Weg stehen kann, wenn es darum geht, dass ich mich mir zuwende. Ich bemerke eine Regung, eine Stimmung, ein Gefühl und schon ist da eine Bewertung, die der offenen Wahrnehmung einen Riegel vorschiebt. Focusing meint eine bestimmte Art mit sich selbst umzugehen: eine lebendige achtsame Eigenwahrnehmung ohne Wertung. Auch das Wort "Wahrnehmungspräzisierung" habe ich notiert. Ein langes, kompliziert klingendes Wort, aber passend.
Im ersten Schritt "Thema finden" geht es darum, Freiraum zu schaffen für das Erleben, das Spüren, die tiefer liegende Befindlichkeit. Oft ist man zu nah dran, um es erkennen zu können. Also sollte ich einen gewissen inneren Abstand finden zum Thema, das Thema quasi vor mich hinstellen.
Im zweiten Schritt "Felt sense" nehme ich Bezug zum Thema. Es geht um die gefühlte Bedeutung. Was taucht auf? (Körperempfindung, Gefühl, Gedanken, Bilder, Ich verweile, ohne zu bewerten. Alles, was auftaucht, hat einen Sinn.
Dann kommt "Felt shift", eine gespürte Veränderung, so ein "Ach, jetzt hab ich´s". Es ist ein ursprüngliches, ganzheitliches Wahrnehmen. Was aus mir kommt, kann nicht "falsch" sein. Ich begegne dem mit unbedingter Wertschätzung. Der vierte Schritt ist "Integration". Das, was da ist, annehmen und schützen.
Aufmerksamkeitsqualität beim Focusing
Bei Wikipedia finde ich dazu:
"Focusing übt eine hohe Qualität von Aufmerksamkeit dem eigenen Erleben gegenüber ...
Aufmerksamkeit, die die Formung und Entwicklung eines Felt Sense unterstützt, ist
- akzeptierend bzw. nicht-bewertend
- freundlich, zugewandt, interessiert
- nicht-wissend bzw. fokussiert auf das noch nicht Bekannte
- langsamer als normal bzw. abwartend und geduldig
- nicht zielführend bzw. ohne Agenda"
Und zum Felt Sense: "Zentral für Focusing ist die Orientierung an dem bedeutungshaltigen, direkten Erleben - dem Felt Sense - innerhalb einer gegebenen Situation, Interaktion, eines Problems oder Themas."
Was mir im Vortrag noch sehr gut gefallen hat, war die Aussage: Es gibt keine objektive Vergangenheit. Wir konstruieren die Wirklichkeit. Mit Dankbarkeit in die Vergangenheit schauen; mit Zuversicht in die Zukunft schauen. In der Gegenwart reichen sich Vergangenheit und Zukunft die Hand. Wenn wir eine hohe Akzeptanz der Vergangenheit erreichen, können wir auch aus einer Leiderfahrung etwas Gutes machen.
Buchempfehlungen des Referenten zum Thema Focusing
Focusing: Selbsthilfe bei der Lösung persönlicher Probleme, Eugene Gendlin
Zeitungsartikel: Hochsensible sind mehr als zart besaitet
Artikel über Hochsensibilität in der Stuttgarter Zeitung am 14. März 2011
Am Montag erschien in der Stuttgarter Zeitung ein Artikel von Leonie Seng über Hochsensibilität in der Stuttgarter Zeitung. Frau Seng hatte schon Ende letzten Jahres mit mir telefoniert, um mir ein paar Fragen zu meinen Erfahrungen mit der Hochsensibilität bei mir selbst und bei meinen Coachees zu stellen.
Hier Ausschnitte aus dem Artikel:
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"Hochsensible werden häufig für schüchtern, zurückhaltend oder perfektionistisch gehalten. Dabei zeichnen sie sich ebenso durch eine rasche Auffassungsgabe aus - und "haben oft viele Talente und ein breites Interessenspektrum", sagt Ulrike Hensel, die Beratungsgespräche für Hochsensible anbietet. Sie beschreibt diese Menschen als gute Zuhörer, die kleinste Details erhaschen, die anderen verborgen bleiben. Außerdem wollen sie mehr als andere "einen Beruf, der ihnen sinnvoll erscheint und der ihren Wertvorstellungen entspricht", so die Beraterin."
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"Wie die Berater bestätigen, bereitet die erhöhte Wahrnehmung vor allem im Arbeitsalltag Schwierigkeiten. In vielen Unternehmen herrschen für Hochsensible belastenden Umstände, wie zum Beispiel ein hoher Geräuschpegel in Büros. Die Angst um den Arbeitsplatz oder vor Diskriminierung durch Kollegen können Gründe sein, die eigene Wahrnehmung zu unterdrücken. Dies führe schließlich zu Selbstentfremdung und Frustration, berichten die Berater. Chronische Krankheiten oder Burn-out können die Folge sein. Ulrike Hensel sieht daher eine Chance für Hochsensible in der Selbständigkeit."
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Den ganzen Artikel können Sie unter der Rubrik WISSEN & COMPUTER bei stuttgarter-zeitung.de nachlesen und dort natürlich auch kommentieren: Hochsensible sind mehr als zart besaitet




